Sagen
Herakles PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:42 Uhr

Herakles, den die Römer Herkules nennen, ist sicher der bedeutendste der Helden der griechischen Sagenwelt. Er wurde auf vielen Inseln und in Theben als Gott verehrt.

Amphytrion heiratet die schöne Alkmene, muß jedoch überraschend in den Kampf gegen die Teleboer ziehen. In seiner Abwesenheit verwandelt sich Zeus in Amphytrion und verbringt mit ihr anstatt ihres Gatten die Hochzeitsnacht mit ihr. In dieser Verbindung wird Herakles gezeugt.

Hera ist wütend. Am Tag der Geburt überredet sie Zeus, zu schwören, dass der an diesem Tag geborenen über alle in der Argolis wohnenden herschen wird. Sie sorgt dann dafür, dass Eurystheus im siebten Monat geboren wird und die Geburt des Herakles verzögert wird. Damit ist Eurystheus der künftige Herscher von Mykene, Tiryns und Midea und Herakles sein Untertan. Zeus kann ihr noch das Zugeständnis abringen, dass Herakles zehn Arbeiten für Eurystheus verrichten muss und dann die Unsterblichkeit erringt.

Um Herakles auszuschalten, schickt Hera ihm zwei Schlangen in die Wiege. Doch der Säugling Herakles erwürgt sie beide.

Herakles wächst auf und wird von berühmten Lehrern in allen Künsten unterrichtet. Er erlebt einige Abenteuer im Gebiet von Theben. Er riß die Wurzel eines Olivenbaumes aus und benutzte sie als Keule. König Thespios hatte fünfzig Töchter, alle außer einer schliefen mit ihm und gebaren Söhne von ihm. Er tötete einen Löwen und trug dessen Fell.

Theben mußte Tribute an die Minyer zahlen. Herakles schnitt aber ihren Gesandten Ohren und Nasen ab, hängte diese ihnen um den Hals und schickte sie zurück. Dann trat er allein dem Heer der Minyer entgegen und befreite durch seinen Sieg Theben von den Tributzahlungen. Kreon, der König von Theben gab ihm dafür seine Tochter Megara zur Frau.

Die Argolis war das Land Heras und Tiryns ihre Stadt. So soll Herakles zehn Arbeiten verrichten als Diener Eurystheus, dem König von Mykene. Die ersten sechs aufgetragenen Arbeiten spielen sich im Peloponnes ab, zumeist im Umfeld der Argolis.

  1. Die erste Arbeit des Herakles war die Tötung des Löwen von Nemeas. Dieses unverwundbare Tier mußte er erwürgen. Das Fell des Löwen hat er später immer als Panzer getragen.
  2. Die vielköpfige Wasserschlange Hydra von Lerna verwüstet das Land und soll deshalb beseitigt werden. Doch beim Abschlagen eines Kopfes wachsen immer wieder zwei Köpfe nach. Herakles ruft Iolaos zu Hilfe, der dann die Schnittstellen versengt und die Köpfe können nicht mehr nachwachsen. Mit dem Blut der Hydra vergiftet Herakles seine Pfeile.
  3. Die Reh von Keryneia mit dem goldenen Geweih verwüstet die Felder der Bauern. Die Titanin Taygetes war von Artemis zur Strafe in das Reh verwandelt worden, weil sie sich von Zeus verführen lies. Herakles soll das Reh lebendig nach Mykene bringen. Er verfolgte es ein Jahr lang durch das ganze Land. Kurz bevor das Reh in das Jenseits entkommen kann, fängt er es beim Durchschwimmen des Flusses Ladon. Die Götter Apollon und Artemis wollen ihn für die Jagd bestrafen, lassen ihn aber ziehen, als sie sehen, dass er es lebend gefangen hat.
  4. Der Eber von Erymanthos soll gefangen werden. Auf der Wanderung ist Herakles beim Zentauren Pholos zu Gast. Durch den Wein des Dionysos kommen alle Zentauren zusammen und es kommt zu einem Kampf der Betrunkenen. Herakles tötet durch seine vergifteten Pfeile versehentlich Pholos und den weisen Chiron. Danach treibt Herakles den Eber in den Schnee der hohen Berge, fängt ihn mit einer Schlinge und bringt ihn nach Mykene. Dort verkriecht sich Eurymanthos aus Angst vor dem Eber in einen großen Pitos (Vorratsgefäß).
  5. Die Vögel in den Sümpfen des Stymphalos-Sees haben Federn wie Rasierklingen. Sie verwüsten die Felder und fressen sogar Menschen. Auf den Rat der Athene scheucht er die Vögel mit eisernen Klappern auf und schießt mit seinem Bogen viele von Ihnen ab. Die restlichen flüchten auf die Ares-Insel im Schwarzen Meer.
  6. Augias, der König von Elis, besitzt gewaltige Rinderherden. In seinen Ställen haben sich Berge von Mist angesammelt, die die ganze Gegend verpesten. Herakles soll die Ställe in einem einzigen Tag reinigen. Dafür verpricht ihm Augias auch noch die Hand seiner Tochter Epikaste und das halbe Königreich. Herakles leitet einen Fluß durch die Ställe und reinigt sie damit. Augias weigert sich aber den versprochenen Preis zu zahlen, als er hört, dass Herakles die Arbeit im Auftrag des Erymanthos durchgeführt hat. Auf dem Rückweg rettete er noch Eurythion vor den Zentauren. Erymanthos erkannte die Arbeit nich an, weil ihm der Fluss geholfen hatte.
  7. König Minos von Kreta besitzt einen schönen Stier. Da der Stier aber aus dem Meer gestiegen war, hätte er ihn dem Meeresgott Poseidon opfern müssen. Der Stier ist wild geworden und Herakles fängt ihn ein, betäubt ihn mit seiner Keule und lässt ihn dann auf dem Peloponnes wieder frei. Später wird er von Theseus gefangen und dem Apollon geopfert.
  8. Diomedes von Thrakien besitzt zwölf geflügelte menschenfressende Pferde. Auf dem Weg zu ihm kehrt Herakles bei Admetos ein und rettet dessen Frau aus den Händen des Thanatos, des Todes. Herakles zieht weiter zu Diomedes und wirft diesen selbst seinen Pferden zum Fraß vor. Dadurch werden die Pferde gezähmt und Herakles bringt sie zu Erymanthos.
  9. Erymanthoi hat eine Tochter mit Namen Admete. Sie wünschte sich den Gürtel der Amazonenkönigin Hippolyte aus dem Land Pontos am Schwarzen Meer. Die Amazonen sind ein kriegerisches Volk von Frauen. Vorher zieht Herakles mit einem ganzen Heer nach Troja und befreit es von einem Seeungeheuer. Doch der trojanische König will ihm seine versprochene Pferde als Lohn vorenthalten und so zerstören sie Troja zum ersten Mal. Bei den Amazonen verliebt sich Hippolyte in Herakles, aber durch Intrigen von Hera kommt es doch zum Kampf und Herakles nimmt der sterbenden Hippolyte den Gürtel ab.
  10. Auf der Insel der Morgenröte Erytheia besitzt der geflügelte dreileibige Geryoneus pupurrote Rinder, bewacht von einem Hirten und dem zweiköpfigen Hund Orthos. In Pylos besteigt Herakles ein Schiff und segelt nach Erytheia. Unterwegs besteht er viele Abenteuer. In Eurytheia erschlägt er den Hund, besiegt den Hirten und Geryoneus. Auf der Rückfahrt erlebt er wieder viele Abenteuer, treibt die Herde quer ums Mittelmeer und ist die Ursache vieler Herschergeschlechter und Stadtgründungen.
  11. An einem Baum im Garten der Hesperiden wachsen goldene Äpfel. Herakles bekommt von Nymphen den Rat Nereus zu suchen. Herakles muss mit Nereus kämpfen, der sich in eine Schlange, in Feuer und Wasser verwandeln kann. Doch Herakles besiegt ihn und zur Belohnung weist ihm Nereus den Weg. Auf dem Weg erschießt Herakles den Adler, der Prometheus täglich die Leber herausreißt. Prometheus gibt Herakles den Rat zu Atlas zu gehen. Atlas stimmt zu für Herakles die Äpfel zu holen, aber Herakles soll währenddessen den Himmelspol tragen. Atlas holt die Äpfel und will die Last nicht zurücknehmen. Herakles stimmt zu, will sich aber mit einem Kissen polstern und bittet Atlas den Himmelspol nur kurz zurückzunehmen. Atlas tut dies und ist nun der betrogene Betrüger und Herakles kann die Äpfel zu Eurymanthos bringen.
  12. Um Herakles endgültig los zu werden gibt Eurymanthos an Herakles die Aufgabe den Hund der Unterwelt zu ihm zu bringen. Der Fährmann Charon bringt ihn aus Angst über den Unterweltsfluss, der Höllenhund Kerberos flieht als er ihn sieht. Herakles bedroht den Unterweltskönig Hades mit einem Stein und auch dieser flieht. Persephone erlaubt ihm Kerberos mitzunehmen, wenn er ihn ohne Waffen einfängt. Herakles überwindet Kerberos, legt ihn in Ketten und verlässt die Unterwelt. Als Eurymanthos die schreckliche Bestie sieht, versteckt er sich wieder in seinem Pitos. Herakles bringt darauf Kerberos zurück in die Unterwelt.

Doch Herakles kehrt verändert aus der Unterwelt zurück. Er geht zu seiner Frau Menara und seinen acht Kindern. Da schickt Hera ihm den Wahnsinn und er tötet seine Kinder indem er sie ins Feuer wirft. Nachdem Herakles wieder klar geworden ist verlässt er Theben, um nie wieder zurückzukehren.

Er zog nun gegen Augias, der ihn um seinen Lohn betrogen hatte und seinen Zwillingsbruder Aktor. Doch selbst Herakles gewinnt nicht gegen zwei. Als die Brüder während eines Waffenstillstandes zu den Isthmischen Spielen ziehen, ermordet Herakles sie hinterrücks.

Herakles zog nach Olympia und gründete dort die Olympischen Spiele. Er gewann in allen Disziplinen.

Eurythos hat demjenigen seine Tochter versprochen, der ihn im Bogenschießen schlägt. Herakles reist zu Eurythos, besiegt ihn und auch dieser will ihm seinen Lohn nicht geben. Aus Rache läd Herakles dessen Sohn Iphitos zu sich nach Tyrins ein, bewirtet ihn und stößt ihn dann von einem Turm in denTod. Damit macht er sich der Veletzung des Gastrechts schuldig.

Seine dritte Untat war, den heiligen Dreifuß aus dem Tempel des Apollon zu rauben.

Für seine Untaten muß Herakles büßen. Den Brüdern des Iphitos muss er ein Blutgeld zahlen und wird dann als Sklave an die lydische Königin Omphale verkauft. Ihr dient er drei Jahre lang gekleidet in Frauenkleidern.

Deianeira war Tochter des Oineus. Der Flußgott Acheloos begehrte sie und auch Herakles wollte sie ehelichen. Sie kämpften um Deianeira und Herakles brach ihm sein Horn ab und gewann den Kampf. Der Kentaur Nessos bot sich an Deianeira über den Fluß zu tragen. Aber am anderen Ufer versuchte Nessos sie zu vergewaltigen. Herakles kam ihr zu Hilfe und tötete Nessos. Nessos wandte sich sterbend an Deianeira und sagte ihr, das ein mit seinem Blut getränktes Hemd dafür sorgen würde, dass Herakles ihr treu bleiben würde.

Herakles führte nun einen Angriff auf die Burg von Oichalia. Er eroberte die Burg und raubte die Prinzesin Iole. Besorgt um die Treue des Herakles sandte ihm Deianeira das prächtige Hemd mit dem Blut des Nessos. Kaum hatte Herakles das Hemd angezogen, fing seine Haut an zu brennen und er konnte das Hemd nicht mehr ausziehen. Deianeira nahm sich das Leben.

Herakles richtete einen Scheiterhaufen auf dem Berg Oita auf und stürzte sich in die Flammen. Damit wurde Herakles erlöst, stieg auf in den Himmel und wurde zum Gott.

 
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