Philosophie
Allgemein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:54 Uhr

Sobald der Mensch begonnen hatte, sich selbst und die Welt um sich herum zu hinterfragen, hatte er nach Erklärungen für die Entststehung der Welt und für die Ursachen der Ereignisse gesucht. Die ersten Antworten auf seine Fragen führten ihn zur Religion. Der Mensch erschuf sich die Götter, höhere Wesen, die die Welt erschaffen haben und Blitz und Donner herab senden. Er versuchte ihre Absichten durch Orakel zu ergründen und ihre Handlungen durch Opfer und Riten zu beeinflussen.

Eines Tages setzte sich ein Grieche in Milet ans Ufer des Mittelmeeres und überlegte, ob es nicht einen Urstoff gibt, aus dem alles andere entsteht. Die Göttergeschichten des Hesiod gaben darauf keine Antwort. Und wie er so auf die Wellen starrte, die den Sand ans Ufer schwemmten und es anfing zu regnen, kam ihm der Gedanke, dass das Urelement das Wasser sein könnte. Mit diesem Gedanken begann die Philosophie. So könnte es sich abgespielt haben.

Die Griechen waren eines der ersten Völker, die das philosophische Denken als Selbstzweck, unabhängig von einer religiösen Absicht betrieben. Sie benötigten häufig keine Götter mehr, im Versuch die Welt zu erklären. Die Philosophie entwickelt Theorien zur Erklärung der Welt. Sie ist damit der Anfang aller Wissenschaft.

 
Die sieben Weisen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:53 Uhr

Die sieben Weisen Griechenlands waren bei allen Menschen sehr beliebt, denn sie hatten Weisheits-Sprüche in kurzen Worten (den Gnomon) zusammen gefasst. Das bekannteste Gnomon war "Erkenne dich selbst" über dem Eingang zum Tempel von Delphi.

Die sieben Weisen wurden mal in dieser und mal in jener Zusammenstellung genannt. Die früheste schriftliche Liste stammt von Platon.

Thales von Milet

Thales war ein Astronom, Mathematiker und Philosoph, der in der Stadt Milet an der Küste Kleinasiens lebte. Er war der Begründer der Ionischen Naturphilosophie und damit der griechischen Philosophie insgesamt.

Kleobulos von Lindos

Kleobulos war im 6. Jahrhunder v.u.Z. Alleinherrscher von Lindos auf der Insel Rhodos. Er war für seine Schönheit, aber auch für seine Strenge bekannt. Auch seine Tochter Kleobuline war für ihre Weisheit berühmt. Noch heute kann man bei Lindos ein Grab besichtigen, das ihm zugeschrieben wird.

Solon von Athen

Solon wurde in den Konflikten in Athen als Schiedsmann bestellt und reformierte das politische System Athens grundlegend.

Chilon von Sparta

Chilon wurde zu einem der fünf Ephoroi von Sparta gewählt. Die Ephoroi sind hohe Beamten, denen wichtige Aufgaben im Staat übertragen wurden. Er hat seine Weisheiten auch wirklich gelebt, indem er Sprache, Tat und Dienst miteinander vereinbarte.

Er starb in Pisa/Elis vor Freude und Schwäche, als er seinem Sohn bei einem Sieg in einem Boxkampf gratulierte.

Pittakos von Lesbos

Pittakos stürzte den Tyrannen von Lesbos und trat an seine Stelle. Er kommandierte die Lesbier an der Seite der Mytilener im Krieg gegen Athen. Im kriegsentscheidenden Zweikampf gegen Phrynon gewann er durch Einsatz eines zuvor verborgenen Netzes. Er beugte sich später der Entscheidung von Periander und gab den Athenern ihr Land zurück.

Pittakos war zehn Jahre lang Tyrann von Lesbos. Er wurde als milder und großzügiger Herrscher geehrt, der gerechte Gesetze erlies und weitere Kriege verhinderte. Für Straftaten im Alkohol-Rausch verdoppelte er die Strafe.

Bias von Priene

Bias war ein begnadeter Redner, der sich für Menschen einsetzte, denen Unrecht geschehen war. Es wurde zum geflügelten Wort, von jemandem zu sagen, er wäre "stärker im Plädoyer in seinem Fall als Bias von Priene".

Bias kaufte messenische Mädchen von Räubern frei und zog sie wie seine eigenen Kinder auf. Als ihre Familien kamen, gab er sie ihnen ohne Entschädigung zurück und die Kinder liebten ihn dafür.

Als Priene von Alyattes, dem Vater von Kroisos, belagert wurde, mästete er zwei Maultiere und trieb sie durch das Lager der Lydier, sodass diese meinten die Nahrung in Priene reiche auch noch für die Tiere. Dann schüttete er große Sandhaufen auf und schüttete als oberste Schicht Getreide darüber. Als die lydischen Späher diese vermeintlichen Getreidehaufen sahen, gaben die Lydier auf und zogen ab.

Nach dem der alte Bias ein Plädoyer für einen Klienten gahalten hatte, fiel er in die Arme seines Enkels und starb.

Periander von Korinth

Cypselus herrschte dreißig Jahre in großer Härte und Ungerechtigkeit über Korinth. Danach ging die Herrschaft auf seinen Sohn Periander über. Periander herrschte erst mit größerer Milde, aber glaubte dann das Thrasybulus, der von ihm verehrte Tyrann von Milet ihm bedeutete, dass er härter vorgehen müsste. Er wurde ein noch blutdürstigerer Tyrann als sein Vater.

Seine tote Frau erschien ihm und beklagte sich, sie sei kalt und nackt im Jenseits. Er richtete ein Fest für die Göttin Hera aus. Als die Frauen von Korinth in ihren schönsten Kleidern kamen, schloss er sie durch Soldaten ein, zwang sie sich nackt auszuziehen und verbrannte die Kleider und beschwor seine Frau. Ihre Erscheinung verriet ihm als Dank den Ort des Schatzes eines Freundes.

Wegen dieser und anderer Grausamkeiten wollte man ihn später nicht mehr zu den sieben Weisen zählen. Platon ersetzte ihn durch Myson von Chenae.

 
Ionische Philosophie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:55 Uhr

Die ionische Naturphilosophie entstand in Milet an der Westküste Kleinasiens (heute der Türkei).

Thales

Als Begründer der Ionischen und damit auch der grieschischen Philosophie gilt Thales von Milet (639-545 v.u.Z.). Seine Vorstellungen sind uns nur duch Zitate anderer, wie zum Beispiel durch Aristoteles bekannt. Thales meinte, dass das Wasser die Grundsubstanz alles Existierenden sei, dass alles von dem Geist der Götter durchdrungen und damit auch beseelt ist ("Hylozoismus")). Geist und Materie sind eins.

Thales

Thales war auch Mathematiker und Astronom und soll eine Sonnenfinsternis vorhergesagt haben. Von seiner Reise nach Ägypten hat er den berühmten "Satz des Thales" mitgebracht und klar formuliert: An jedem Punkt eines Halbkreises ist ein rechter Winkel, wenn man ihn mit den Enden des Durchmessers verbindet.

Das Werk von Thales entwickelte Anaximander (610-547 v.u.Z.) fort. Er kam auf den Gedanken, keinen sichtbaren Stoff, sondern einen unendlichen, unsichtbaren, unfühlbaren Stoff als Urstoff anzunehmen. Anaximander meinte, dass unzählige Welten nacheinander und nebeneinander bestehen.

Anaximenes (585-525 v.u.Z.) schien das Wasser, um als das Urelement zu gelten und er meinte, es könnte eher die flüchtige Luft sein. Aus diesem entstehen dann durch Verdünnung und Verdickung die anderen Elemente.

 
Pythagoras von Samos (569-475 v.u.Z.) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:56 Uhr

Pythagoras

Pythagoras ist auf Samos geboren. Er soll eine Reise nach Ägypten unternommen haben, die ihn stark beeinflusst hat. Weil er nicht mir der Regierung des Tyrannen Polykrates auf Samos einverstanden war zog er nach Kroton in Italien. Viele Legenden werden über sein Leben berichtet, deren Wahrheitsgehalt nicht feststellbar ist.

Pythagoras

In Kroton gründete Pythagoras die Gemeinschaft der Pythagoreer, die gemeinsam philosophisch-religiöse Vorstellungen entwickelten, die eine Mischung aus Wissenschaft und Mystik darstellten. Da die Gemeinschaft ihre Erkenntnisse geheim hielt, ist uns heute nur weniges davon sicher bekannt.

Nach Pythagoras wurde die Welt durch den Widerstreit von Gegensätzen in Bewegung gehalten. Die Seele des Menschen, die im Gehirn ihren Sitz hat, durchläuft mehrere Wiedergeburten in verschiedenen Lebewesen, in denen sie sich reinigt. Zur Reinigung dient auch ein geistiges Leben und die Durchführung von Riten. Ein Pythagoreer sollte sich auch durch gegenseitige Freundschaft, Freundlichkeit und Selbstlosigkeit auszeichnen.

Pythagoras war der Meinung, dass das Feuer das höherwertige Element darstellt und deshalb abweichend von anderen Philosophen die Sonne anstatt der Erde den Mittelpunkt bildet und die Erde um die Sonne kreist. Tag und Nacht ergeben sich daraus, dass die Erdscheibe einmal ihre Oberfläche der Sonne zuwendet und dann wieder in ihrem eigenen Schatten liegt.

In der Mystik von Pythagoras hatten Zahlen eine besondere Bedeutung als Ursprung allen Seins. Zahlen hatten Eigenschaften wie männlich/weiblich und waren schön oder hässlich. Heute berühmt ist der "Satz des Pythagoras": Bei einem rechtwinkligen Dreieck ist das Quadrat der Hypothenusenlänge gleich der Summe der Quadrate der Kathedenlängen. Dies wird auch durch die Formel c²=a²+b² ausgedrückt. Der Satz war aber schon seit Jahrhunderten den Babyloniern bekannt.

Theano war erst eine Schülerin des Pythagoras, heiratete ihn dann und führte nach seinem Tod seine Schule weiter. Von ihr stammten viele gelehrte Überlieferungen.

 
Heraklit von Ephesos (540-480 v.u.Z.) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 17:58 Uhr

Heraklit

Heraklit war ein Aristokrat und hielt nichts von demokratischen Bestrebungen. Ein hervorragender Mensch war ihm mehr wert als zehntausend andere. Von ihm ist uns in Fragmenten sein Buch "Über die Natur" überliefert.

Heraklit meint, dass die Welt ewig ist, ohne Anfang und ohne Ende. Die Welt hat ihren Ursprung in der Seele, einer sich ständig wandelnden Energie, ja, der Wandel selbst stellt eine Substanz dar. Aus der sich wandelnden Energie entsteht die Materie, aus dem Feuer entstehen die Elemente Wasser und Erde und wieder zurück. Alles ist ständig fließend, panta rhei, wandelt sich um, aber nichts verschwidnet. Die Wandlung zeigt sich in einem metaphysischen Feuer, dass eins ins andere umformt. Die Seele geht schließlich in Materie über, es gibt kein Leben nach dem Tod, denn es gibt keinen Tod, sondern nur eine Wandlung.

Wahre Erkenntnis ist die Erkenntnis des Logos, des Naturgesetzes, das keine göttliche Ursache hat, sondern im Wesen der Welt liegt. Das Werden und Vergehen ist Teil dieser Gesetzmäßigkeit.

Heraklit überträgt dieses Prinzip auch auf die menschliche Gesellschaft. Die Stellung von Menschen ändert sich, der einfache Mann kommt an die Macht, der Mächtige wird gestürzt. Es gibt keine Gegensätze, sondern die Zustände bilden eine Harmonie, die sich ständig wandelt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. Oktober 2009 um 18:02 Uhr
 
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