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Die sieben Weisen Griechenlands waren bei allen Menschen sehr beliebt, denn sie hatten Weisheits-Sprüche in kurzen Worten (den Gnomon) zusammen gefasst. Das bekannteste Gnomon war "Erkenne dich selbst" über dem Eingang zum Tempel von Delphi.
Die sieben Weisen wurden mal in dieser und mal in jener Zusammenstellung genannt. Die früheste schriftliche Liste stammt von Platon.
Thales von Milet
Thales war ein Astronom, Mathematiker und Philosoph, der in der Stadt Milet an der Küste Kleinasiens lebte. Er war der Begründer der Ionischen Naturphilosophie und damit der griechischen Philosophie insgesamt.
Kleobulos von Lindos
Kleobulos war im 6. Jahrhunder v.u.Z. Alleinherrscher von Lindos auf der Insel Rhodos. Er war für seine Schönheit, aber auch für seine Strenge bekannt. Auch seine Tochter Kleobuline war für ihre Weisheit berühmt. Noch heute kann man bei Lindos ein Grab besichtigen, das ihm zugeschrieben wird.
Solon von Athen
Solon wurde in den Konflikten in Athen als Schiedsmann bestellt und reformierte das politische System Athens grundlegend.
Chilon von Sparta
Chilon wurde zu einem der fünf Ephoroi von Sparta gewählt. Die Ephoroi sind hohe Beamten, denen wichtige Aufgaben im Staat übertragen wurden. Er hat seine Weisheiten auch wirklich gelebt, indem er Sprache, Tat und Dienst miteinander vereinbarte.
Er starb in Pisa/Elis vor Freude und Schwäche, als er seinem Sohn bei einem Sieg in einem Boxkampf gratulierte.
Pittakos von Lesbos
Pittakos stürzte den Tyrannen von Lesbos und trat an seine Stelle. Er kommandierte die Lesbier an der Seite der Mytilener im Krieg gegen Athen. Im kriegsentscheidenden Zweikampf gegen Phrynon gewann er durch Einsatz eines zuvor verborgenen Netzes. Er beugte sich später der Entscheidung von Periander und gab den Athenern ihr Land zurück.
Pittakos war zehn Jahre lang Tyrann von Lesbos. Er wurde als milder und großzügiger Herrscher geehrt, der gerechte Gesetze erlies und weitere Kriege verhinderte. Für Straftaten im Alkohol-Rausch verdoppelte er die Strafe.
Bias von Priene
Bias war ein begnadeter Redner, der sich für Menschen einsetzte, denen Unrecht geschehen war. Es wurde zum geflügelten Wort, von jemandem zu sagen, er wäre "stärker im Plädoyer in seinem Fall als Bias von Priene".
Bias kaufte messenische Mädchen von Räubern frei und zog sie wie seine eigenen Kinder auf. Als ihre Familien kamen, gab er sie ihnen ohne Entschädigung zurück und die Kinder liebten ihn dafür.
Als Priene von Alyattes, dem Vater von Kroisos, belagert wurde, mästete er zwei Maultiere und trieb sie durch das Lager der Lydier, sodass diese meinten die Nahrung in Priene reiche auch noch für die Tiere. Dann schüttete er große Sandhaufen auf und schüttete als oberste Schicht Getreide darüber. Als die lydischen Späher diese vermeintlichen Getreidehaufen sahen, gaben die Lydier auf und zogen ab.
Nach dem der alte Bias ein Plädoyer für einen Klienten gahalten hatte, fiel er in die Arme seines Enkels und starb.
Periander von Korinth
Cypselus herrschte dreißig Jahre in großer Härte und Ungerechtigkeit über Korinth. Danach ging die Herrschaft auf seinen Sohn Periander über. Periander herrschte erst mit größerer Milde, aber glaubte dann das Thrasybulus, der von ihm verehrte Tyrann von Milet ihm bedeutete, dass er härter vorgehen müsste. Er wurde ein noch blutdürstigerer Tyrann als sein Vater.
Seine tote Frau erschien ihm und beklagte sich, sie sei kalt und nackt im Jenseits. Er richtete ein Fest für die Göttin Hera aus. Als die Frauen von Korinth in ihren schönsten Kleidern kamen, schloss er sie durch Soldaten ein, zwang sie sich nackt auszuziehen und verbrannte die Kleider und beschwor seine Frau. Ihre Erscheinung verriet ihm als Dank den Ort des Schatzes eines Freundes.
Wegen dieser und anderer Grausamkeiten wollte man ihn später nicht mehr zu den sieben Weisen zählen. Platon ersetzte ihn durch Myson von Chenae. |