4000 Jahre Hochkultur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 18:28 Uhr

Einen durchgehenden Faktor bilden die Maya, die sich schon um 2200 v.u.Z. bildeten, nach einer großartigen Blütezeit um 600 n.u.Z. in einzelne Reiche zerfiel und noch um 1500 n.u.Z. den Spaniern in Yucatan starken Widerstand entgegensetzten.

Der Beginn der Besiedlung Mesoamerikas ist noch immer strittig. Ein riesiger Eisschild bedeckte in früher Zeit den Nordteil Amerikas und nur in wenigen kurzen Perioden schmolz er so weit ab, dass Menschen aus Asien nach Amerika einwandern konnten. In Mesoamerika geht man gerne von einer ersten Besiedlung um 22.000 v.u.Z. aus, andere sprechen von 13.000 v.u.Z. .

Die Steinzeitkulturen werden nach der charakeristischen Form ihrer Speerklingen bezeichnet. Es begann mit Clovis-Klingen. Schon zu sehr früher Zeit lernte man die Kultivierung von Pflanzen wie Mais, Bohnen, Avocado, Chili und Kürbis, die sich schnell über ganz Süd- und Nordamerika ausbreiteten und die Nahrungsgrundlage für eine zahlreiche Bevölkerung bilden konnten.

In Mesoamerika blühte mit den Olmeken um 1200 v.u.Z. die erste Hochkultur am Golf von Mexiko. Ihr geistiger Einfluss und ihr Handel ist bis ins Hochtal von Mexiko und nach Yucatan nachweisbar. Da sie noch keine Schriftsprache kannten, sind ihre weltanschaulichen Vorstellungen für uns rätselhaft. Ein zentraler Bestandteil ihrer Vorstellungen ist die große Bedeutung des Jaguars. Mischwesen zwischen Mensch und Jaguar bevölkern ihre Bilderwelt. Sie entwickelten die tempelgekrönten Pyramiden aus den Plattformen gegen Hochwasser, auf denen ihre Häuser standen. Menschenopfer zur Erhaltung der Welt waren bei Ihnen bekannt, wie sie in ganz Mesoamerika üblich wurden. Das kultisch bedeutende Ballspiel wurde von ihnen eingeführt. Sie entwickelten also die Grundelemente aller Kulturen, wie sie sich bis zu den Azteken erhielten. Um 500 v.Chr. ging die Blütezeit ihrer Kultur vorbei.

Es kam eine Zeit mit mehreren Kulturen, von denen uns nur wenige Dinge bekannt sind. Eines der bedeutendsten Zentren ist Cholula mit der gewaltigsten Pyramide der Welt, die lange fälschlich für einen Berg gehalten wurde. Ein zweites bedeutendes Zentrum ist Monte Alban bei Oaxaca, deren Kultur wir als Zapoteken bezeichnen. Ihre Kultur wurde später von den von Norden kommenden Mixteken durchdrungen.

 

Die Kultur von Teotihuacan erreichte ihre Blüte um 200 n.Chr.. Ihr wirtschaftlicher Reichtum bestand in den reichen Vorkommen des vulkanischen Glases Obsidian, der das beste Material für harte Werkzeuge bildete und die Entwicklung von Metall überflüssig machte. Ihr geistiger Reichtum war die Nähe zu den aktiven Vulkanen im Zentrum Mesoamerikas, durch die Sie zum religiösen Wallfahrtsort wurden. Ihr Einfluss ist in ganz Mesoamrika zu finden, besonders charakteristisch sind ihre Masken aus Jade. Teotihuacan ging um 700 n.Chr. unter, vielleicht durch Einwanderer aus dem wilden Norden.

Um 900 n.u.Z. erbauen die Tolteken ihr Zentrum in Tula, nicht weit von Mexiko City. Ihre kriegerische Gesellschaft erlebte eine kurze Blüte. Ein besonderes Ereignis war der Zug einer großen Gruppe von Tolteken nach Chichen Itza im Norden von Yucatan, dem sie eindeutig ihren architektonischen Stempel aufdrückten.

Ab etwa 1400 n.Chr. erlebten die Azteken ihre kurze Blüte bis zur Eroberung Mesoamerikas durch die Spanier. Auch sie kamen aus dem Norden und bauten das starke Zentrum Tenochtitlan im Gebiet des heutigen Mexiko City. Sie zwangen die meisten Gesellschaften des Nordens Mesoamarikas zu Tributen. Wie bei allen Kulturen Mesoamerikas kann man bei Ihnen jedoch auch nicht von einem Staat im europäischen Sinn sprechen, denn da es keine Bedrohungen von außen gab, war eine lockere Organisation völlig ausreichend, bis die Spanier kamen.