Mexiko PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mario Boller-Olfert   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 18:30 Uhr

1810 versuchte Miguel Hidalgo die Unabhängigkeit Mexikos zu erkämpfen und wurde schließlich hingerichtet. Seine Armee eroberte danach in Guerillataktik unter der Führung von Morelos grosse Teile Mexikos, scheiterte aber an der Gegenwehr der Großgrundbesitzer. Verschiedene Guerilla-Führer versuchten erfolglos Mexiko unter ihre Gewalt zu bringen.

 

Agustín de Iturbide verhandelte mit allen Parteien, kam im Plan de Iguala zu einer Einigung und konnte am 27. September 1821 die Unabhängigkeit Mexikos von Spanien erklären. Die USA unterstützten Mexiko darin. 1822 wurde Iturbide zum Kaiser von Mexiko gekrönt. 1823 zwang General Santa Anna den Kaiser zur Abdankung und das Land wurde zur Republik erklärt. Als Iturbide unerlaubt wieder aus dem Exil ins Land kam, wurde er sofort gefangen genommen und erschossen. Am 4. Oktober 1824 wurde die erste mexikanische Verfassung verkündet. Bis 1855 übernahm Santa Anna in Krisenzeiten immer wieder die Regierung, schlug 1829 eine spanische Invasionsarmee zurück und wurde dazwischen mehrmals ins Exil getrieben.

 

Mexiko erlaubte nordamerikanischen Siedlern die Ansiedlung auf mexikanischem Gebiet, insbesondere Texas, wenn sie sich integrieren. Als sich die Siedler der mexikanischen Kontrolle zu entziehen versuchten und Mexiko versuchte die Kontrolle zurückzugewinnen, kam es zu mehreren Kriegen zwischen den USA und Mexiko. 1847 fielen sechs Kadetten, die allseits verehrten Niño Heroes am Chapultepec in Mexiko City, die Amerikaner besetzten die Stadt und gewannen den Krieg. Mexiko musste 1849 den USA Kalifornien, Arizona, New Mexiko, Texas und Florida überlassen. Die Amerikaner zahlten außerdem 18,2 Millionen Dollar für einen Teil dieses Landes. Die Nordamerikaner werden von den Mexikanern für ihre Niederlage bis heute gehasst.

Benito Juarez, geboren am 21. März, übernahm verschiedene Verwaltungsämter bis er 1859 zum Präsidenten gewählt wurde und dies teilweise im Exil bis zu seinem Tod 1872 blieb. Seine Landreform 1856 durch Versteigerung kirchlichen und kommunalen Landes scheiterte an der Armut der kleinen Landarbeiter (peones). Am 5. Mai 1862 schlug Mexiko einen Invasionsversuch Frankreichs unter Kaiser Napoleon III. bei Puebla zurück, aber 1863 marschiert die französiche Armee in Mexiko-Stadt ein. Die Franzosen setzten den Habsburger Maximilian am 12. Juni 1864 als Kaiser von Mexiko ein. Nachdem der Bürgerkrieg in den USA beendet war, zwangen diese die Franzosen 1866 zum Rückzug und am 19. Juni 1867 wurde Kaiser Maximilian in Queretaro hingerichtet.

1877 übernahm Porfirio Diaz die Regierung und errichtete eine Diktatur, genannt Porfiriat, in dem er mit harter Hand Ordnung im Land schaffen und durch kopieren europäischer Kultur das Land modernisieren wollte. Mexiko-Stadt prägte er seinen Stempel durch breite Alleen und bombastische Gebäude auf, wie z.B. dem Hauptpostamt. Er industrilalisierte das Land, verstärkte die Ausbeutung der Bodenschätze und sorgte für die Enteignung der Indigenas und weitere Konzentration des Landes in wenigen Haziendas zur Produktion von Exportgütern. Trotz seiner rabiaten Methoden breiteten sich im Land Aufstände der Indigenas und Streiks der Arbeiter aus.

Im Oktober 1910 rief Francisco Madero zum Nationalen Aufstand auf. Franzisco "Pancho" Villa kämpfte im Norden und Emilio Zapata kämpfte im Zentrum und später im Süden für die Rechte besonders der Indigenas. 1911 musste Porfirio Diaz ins französische Exil flüchten und Madero wurde zum Präsidenten gewählt. Da er jedoch die notwendigen Reformen verschleppte, kämpften die Revolutionäre weiter. Die Zapatisten griffen mit dem Ruf "Tierra y Libertad", also "Land und Freiheit" große Haciendas an, um die Ländereien an die Indigenas zurückzugeben. Madero wurde von General Huerta mit Unterstützung der USA 1913 gestürzt und im Gefängnis ermordet. 1914 übernahm Venustian Carranza die Regierung und versuchte Ordnung im Land zu schaffen. 1919 wurde Zapata ermordet. 1920 musste auch Carranza fliehen und wurde 1920 im Schlaf erschossen. 1923 wurde auch Pancho Villa, der sich zur Ruhe gesetzt hatte, auf seiner Hazienda ermordet.

1920 übernam General Obregon mit breiter Unterstützung die Regierung. Unter seiner Regierung wurden Bildung und Kunst gefördert - die Muralisten malten ihre großartigen Wandgemälde. Von nun an regierte 80 Jahre lang die Revolutionspartei, die zuletzt PRI, "Partei der Institutionellen Revolution" hiess, das Land. Das Land war antifaschistisch eingestellt, versuchte in Ansätzen die Probleme der ungleichen Landverteilung, des ausländischen Besitzes der Industrie und der Staatsverschuldung zu lösen. Es gab weiter soziale Unruhen im Land, 1968 wurden auf dem Platz der drei Kulturen etwa 300 Studenten von der Armee erschossen. Commandante Marcos versuchte durch einen bewaffneten Aufstand die Rechte der Indigenas in Chiapas zu erkämpfen

Im Jahr 2000 brach ein neuer Zeitabschnitt für Mexiko an, weil mit Vincente Fox das erste Mal nach 80 Jahren ein Präsident regiert, der nicht von der PRI gestellt wird.